Durchblick beim Lampenkauf

Den Winter haben wir überstanden, die Tage werden wieder länger und wir brauchen weniger künstliches Licht. Trotzdem ist es in den frühen Morgenstunden und späten Abendstunden immer noch gut und wichtig, effiziente und schöne Beleuchtung in den eigenen vier Wänden zu haben. Durch das stufenweise Verschwinden der Glühlampen erobern moderne Leuchtmittel den Lampenmarkt.

Glühlampe ade!

Seit 01. September 2010 ist neben der 100-Watt-Glühlampe nun auch die 75-Watt-Glühlampe aus den Verkaufsregalen des Handels verschwunden. Hintergrund ist die zweite Stufe der Verordnung 244 der Europäischen Union. Diese Verordnung stellt Mindestanforderungen an die Effizienz von Haushaltslampen und schreibt bis 2016 stufenweise den Umstieg auf energieeffiziente Leuchtmittel vor. Dabei wird zwischen den Energieeffizienzklassen A (geringer Verbrauch) bis G (hoher Verbrauch) unterschieden, wobei bis 2012 alle Lampen mindestens Effizienzklasse C, bis 2016 die Klasse B erfüllen müssen. Herkömmliche Glühlampen erfüllen höchstens die Klasse D, da bei der Erhitzung der Wendel in der Glühlampe rund 95 Prozent des aufgenommenen Stroms nutzlos in Wärme und nur fünf Prozent tatsächlich in Licht umgewandelt werden.

Energiesparlampen hingegen haben einen bis zu 80 Prozent niedrigeren Energieverbrauch

als Glühlampen, um die gleiche Helligkeit zu erzeugen. Bis auf wenige Ausnahmen dürfen nur Lampen der Energieeffizienzklasse A zukünftig den Namen „Energiesparlampe“ tragen. Die Fülle an energieeffizienten Beleuchtungsalternativen ist inzwischen groß und die Vorurteile, mit denen die Energiesparlampe lange zu kämpfen hatte, gehören längst der Vergangenheit an: Heute können Verbraucher zwischen einer Vielzahl an Formen, unterschiedlichen Lichtfarben und einer Reihe unterschiedlicher Funktionen auswählen. Dabei gilt, auf die Angabe des Lumenwerts zu achten: Je höher der Lumenwert, desto heller die Lampe. Dieser Wert ist in großen Zahlen auf die Verpackung gedruckt.

Schönes Licht mit Energiesparlampen

Lange Zeit wurde der Energiesparlampe nachgesagt, dass diese kein schönes Licht mache. Heute gibt es Energiesparlampen in den unterschiedlichsten Lichtfarben. Die Lichtfarbe beschreibt die Stimmung, die eine Lampe erzeugt und wird in Kelvin gemessen. Dabei stehen hohe Kelvinwerte (z.B. 6.500 K) für einen hohen Blauanteil des Lichts, ähnlich dem Tageslicht. Solche Lampen eignen sich vor allem für die Beleuchtung von Arbeitsplätzen und anderen sachlichen Umgebungen. Im Handel wird diese modern anmutende Lichtfarbe auch als „tageslichtweiß“ bezeichnet. Warmweiß (ca. 2.700 K) oder extra warmweiß (ca. 2.500 K) hingegen gibt behagliches Licht für den Wohnbereich – zum Beispiel für die Sofaecke. Diese Angaben sind wie die anderen Angaben in der Infografik als Empfehlungen zu verstehen. Die Wahl der Lichtfarbe ist schließlich eine Sache des persönlichen Empfindens.

Der Sockel muss niemanden aus der Fassung bringen

Der Austausch von Glühlampen gegen Energiesparlampen ist problemlos möglich. Die vorhandene Leuchte kann selbstverständlich beibehalten werden. Entsprechend den gängigen Fassungsgrößen werden Energiesparlampen mit verschiedenen Sockeln angeboten. In große Fassungen – etwa von Decken- und Stehleuchten – passt in der Regel eine E 27-Lampe, für kleinere Leuchten auf dem Schreib- oder Nachttisch ist Sockelgröße E 14 üblich.

Für jede Leuchte die richtige Lampe

Energiesparlampen sind inzwischen in den unterschiedlichsten Formen und auch mit LED-Technik erhältlich. Die Auswahl reicht von der klassischen Stabform oder Spiralform über den Glühlampen-Look bis hin zu Reflektor-Modellen. Für jede Leuchte und jeden Geschmack ist also etwas dabei: Energiesparlampen ohne Hüllkolben eignen sich besonders bei geschlossenen Leuchten oder Leuchten mit Schirm, da sie eine hohe Lichtausbeute haben. Wenn die Lampe direkt sichtbar ist - z. B. in einem Kronleuchter - eignet sich zum Beispiel die Kerzen- oder Tropfenform.

Wandfarbe, Raumgröße und Möbel: Auf die Raumgegebenheiten achten

Wichtig beim Kauf einer Energiesparlampe sind auch Faktoren wie die Raumgröße und die Wandfarbe. Sind die Wände hell, wird das Licht stark reflektiert. Lichtfarbe und Helligkeit wirken dann wie auf der Verpackung angegeben. Sind die Wände dunkel, wird Licht absorbiert – Helligkeit und Lichtfarbe sollten entsprechend stärker gewählt werden. Wird eine Energiesparlampe in einem großen Raum eingesetzt, ist es ratsam, einen hohen Lumenwert zu wählen, für kleinere Räume reichen geringere Lumenzahlen aus. Auch die Möbel, die sich in einem Raum befinden, spielen eine Rolle bei der Lichtwirkung. Stehen viele Möbel in einem Raum, oder sind diese groß und dunkel, sollten hellere Lampen mit höherem Lumenwert gewählt werden. Dezent ausgestattete Räume hingegen absorbieren weniger Licht, weshalb eine Lampe mit geringerem Lumenwert verwendet werden kann.

Alle wichtigen Informationen künftig auf der Verpackung

Manche Sparlampen der neuesten Generation brennen bis zu 20.000 Stunden, leistungsfähige LED-Lampen sogar bis zu 50.000 Stunden. Informationen darüber, wie lange eine Lampe hält – ausgedrückt in Stunden – finden Verbraucher auf der Verpackung. Auch ob eine Sparlampe dimmbar ist und wie häufig sie an- und ausgeschaltet werden kann (Schaltzyklus), erfahren Verbraucher künftig auf den Verpackungen sowie im Internet, denn seit dem 1. September besteht eine zusätzliche Informationspflicht für die Hersteller.

Wer billig kauft, kauft zweimal

Generell gilt: Wie bei allen Produkten gibt es auch bei Energiesparlampen Unterschiede zwischen Qualitäts- und Billigprodukten. Diese zeigen sich sowohl bei Sparleistung und Ökobilanz als auch bei Lichtqualität, Reaktionszeit und Funktion. Die höheren Anschaffungskosten von Energiesparlampen machen sich also schnell wieder bezahlt. Auf den gesamten Lebenszyklus gerechnet, spart die Energiesparlampe im Vergleich zur Glühlampe bis zu 80 Prozent an Energie, CO2 – und Geld.

Energiesparlampen gehören nicht in den Hausmüll

Damit Sparlampen ihren Umweltnutzen in vollem Umfang entfalten können, müssen sie fachgerecht entsorgt werden. Für Verbraucher wird eine entsprechende Entsorgung ausgedienter Energiesparlampen immer bequemer möglich: Mittlerweile gibt es bundesweit mehr als 8.000 Stellen, die Energiesparlampen aus Privathaushalten kostenfrei entgegen nehmen. Lightcycle arbeitet gemeinsam mit dem Handel und den Kommunen kontinuierlich am Ausbau des Sammelstellennetzes. So können Verbraucher ihre ausgedienten Sparlampen nicht nur auf Wertstoff- und Recyclinghöfen, sonder auch zunehmend im Handel zurückgeben. Inzwischen gibt es über 5.500 Sammelstellen im Handel, u.a. in Filialen von Kaufland, Hagebau, Praktiker, Möbel Martin, Herkules Bau & Garten, Globus, Max Bahr sowie Conrad Elektronik. Und auch im inhabergeführten Einzelhandel wird den Kunden immer öfter ein Rückgabeservice angeboten.

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