Altlampen-Rücknahme bei Hillmann & Ploog: „Unsere Kunden haben auf diesen Service gewartet.“

Hillmann & Ploog ist mit 12 Standorten in Norddeutschland und über 250 Mitarbeitern eine der renommiertesten Elektro-Fachgroßhandlungen Deutschlands – und das seit über acht Jahrzehnten. Seit 2011 kooperiert das Hamburger Unternehmen mit Lightcycle und nimmt Altlampen zurück - mit großem Erfolg. Das Redaktionsbüro Lightcycle sprach dazu mit Bernd Gonschorek (Prokurist) und Ingolf Tschuschke, dem Verkaufssach-bearbeiter im Bereich „Licht und Leuchten“ und Beauftragten für die Altlampen-Sammlung.

Redaktionsbüro Lightcycle: Seit wann bieten Sie Ihren Kunden an, ausgediente Lampen zurückzunehmen?

Tschuschke: Wir nehmen seit März 2011 Altlampen zurück. Wir „feiern“ also gerade einjähriges Jubiläum. Damit waren wir der erste Großhändler in Hamburg und Norddeutschland.

Wie viele Lampen konnten Sie seitdem zurücknehmen?

Tschuschke: Von März bis Dezember 2011 kamen rund 54.000 Leuchtmittel zurück. Dass das Angebot so einschlägt, haben wir nicht erwartet.

Aus welchem Grund haben Sie sich entschieden, diesen Service anzubieten?

Gonschorek: Eigentlich gab es zwei Gründe: Unsere Kunden schätzen unser Gesamtpaket. Es gibt kaum eine Leistung, die wir nicht anbieten. Also sind wir immer bemüht, unser Angebot um sinnvolle Dienstleistungen, die zu uns passen, zu erweitern. Aus unserer Sicht haben unsere Kunden auf so einen Service bereits gewartet.

Der zweite Punkt ist: Hillman & Ploog hat einen stark ausgeprägten Umweltgedanken. Wir nutzen Elektrofahrzeuge, haben eine öffentliche E-Ladesäule auf dem Firmengelände, beziehen „grünen“ Strom und haben eine Verkaufsabteilung für regenerative Energien inklusive Windkraftanlagen. Insofern passt dieses Angebot gut zu unserer Unternehmensphilosophie.

Tschuschke: Ich glaube, dass die Rücknahme ohnehin irgendwann verpflichtend für Großhändler sein wird. So können wir die Zeit nutzen, um Erfahrungen zu sammeln.

Welche Bedenken hatten Sie vor der Einführung?

Tschuschke: Wir wussten nicht, in welchem Zustand das Material ankommt. Liegen da noch Kabel oder anderer Schrott zwischen den Lampen? Da gab es dann auch ein, zwei solcher Fälle. Wir haben die Kunden darauf angesprochen und konnten das schnell regeln.

Gonschorek: Wir konnten anfangs den Umfang noch nicht  einschätzen. Wie viel Personal benötigen wir? Welche Resonanz erzeugen wir damit? Die Prozesse haben sich dann aber sehr rasch eingespielt. Und durch unseren Kontakt zu Lightcycle konnten wir von deren Erfahrung profitieren.

Wie organisieren Sie die Sammlung?

Tschuschke: Lightcycle stellt uns zwei verschieden große Sammelboxen zur Verfügung, die wir in unseren Bestand aufnehmen. Die Boxen geben wir über unseren Fuhrpark an unsere Kunden aus und holen sie wieder ab, wenn sie voll sind. Wir packen die Boxen dann hier aus und geben die Altlampen auf die Rungenpaletten oder in die Gitterboxen von Lightcycle.   

Gonschorek: Unsere Niederlassungen bringen ihre gefüllten Boxen direkt in unsere Firmenzentrale nach Hamburg. Damit entlasten wir die Filialen. Außerdem sind die dort anfallenden Mengen geringer. Es würde also lange dauern, bis die Paletten dort voll sind. In der Zentrale haben wir die Personalstärke, um die Rücknahme sicher zu gewährleisten.

Welchen formalen Aufwand haben Sie wegen der Altlampen-Rücknahme?

Tschuschke: Die Sammelboxen sind bei uns im Bestand, müssen  also auch IT-technisch erfasst werden. Wenn ein Kunde eine neue Box haben möchte, drucken wir einen Lieferschein dazu aus. Wenn die Box voll ist, schreiben wir dem Kunden einen Retourenschein, den er als Entsorgungsbeleg nutzen kann.

Wie nutzen Sie diese Dienstleistung, um Ihr Geschäft zu stärken?

Tschuschke: Durch die Erfassung der Boxen, können wir schnell feststellen, wie viele Lampen der Kunde gekauft und wie viel er zurückgegeben hat? Wenn es da große Unterschiede gibt, sprechen wir die Kunden auch darauf an.

Hillmann & Ploog war bereits nach den ersten neun Monaten unter den Top5 der Rücknehmer. Woher kommt dieser Erfolg?

Gonschorek: Wir waren von der positiven Resonanz selbst überrascht. Entscheidend ist, wie man die Rücknahme betreibt. Wir kommunizieren diese Dienstleistung auch innerhalb unserer Firma an alle unsere Mitarbeiter und haben mit Herrn Tschuschke einen speziellen Ansprechpartner, der sich aktiv um das Thema kümmert. Kurz: Wir betreiben die Altlampen-Rücknahme mit ganzem Herzen und mit einem durchdachten Konzept. Und das merkt der Kunde.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit Lightcycle?

Gonschorek: Lightcycle hat sich an uns gewandt und uns überzeugt. In der Vorbereitung haben uns dann die Erfahrungen geholfen, die Lightcycle bei anderen Großhändlern gemacht hat.

Tschuschke: Die tägliche Kooperation läuft auch reibungslos. Wenn wir eine entsprechende Menge an Lampen gesammelt haben, rufen wir bei Lightcycle an. Innerhalb einer Woche werden die Altlampen abgeholt.

Würden Sie anderen Großhändlern empfehlen, auch Altlampen zurückzunehmen?

Gonschorek: Ja, aber nur, wenn das Thema auch zu 100 Prozent gelebt wird. Wer die Sache nur halbherzig betreibt, wird damit ins Leere laufen und nicht den gewünschten Erfolg erzielen.

Vielen Dank für das Gespräch!


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Gemeinsame Initiative

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und Lightcycle sprechen gezielt Unternehmen der E-Handwerke an, um über die wirtschaftlich sinnvolle Nutzung und umweltgerechte Entsorgung von LED- und Energiesparlampen sowie Leuchtstoffröhren zu informieren.