Weniger Quecksilber nicht trotz, sondern wegen der Energiesparlampe

In Gasentladungslampen muss technisch bedingt eine geringe Menge Quecksilber enthalten sein. Dazu gehören übrigens neben den Energiesparlampen auch die seit Jahrzehnten gebräuchlichen Leuchtstoffröhren. Denn: Durch die elektrische Energie werden die Quecksilberatome zur Abgabe von UV-Licht angeregt, welches dann mit Hilfe der Leuchtstoffbeschichtung zu sichtbarem, weißem Licht umgewandelt wird.

Gegenüber herkömmlichen Glühlampen können auf diese Weise 80% der Energie eingespart werden. Damit reduzieren sich nicht nur die CO2-, sondern auch die Quecksilber-Emissionen. Der Grund dafür liegt im bundesdeutschen Strom-Mix: Wir nutzen immer noch zu erheblichen Teilen Kohlekraftwerke (2011: mehr als 40%) für unsere Stromerzeugung. Bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Kohle wird jedoch Quecksilber freigesetzt. Durch die Strom-Einsparung von Energiesparlampen im Vergleich zur herkömmlichen Glühlampe von immerhin 80 Prozent wird also auch weniger Strom aus Kohlekraft benötigt und somit weniger Quecksilber freigesetzt.

Auch in der Gesamtenergiebilanz, bei der neben der Nutzungsphase auch die Kosten für Produktion und Entsorgung berücksichtigt werden, bleibt die Quecksilberbilanz der Energiesparlampe positiv. Wie aus der EMPA-Studie „Environmental impacts of lighting technologies – Life cycle assessment and sensitivity analysis“ hervorgeht, machen Herstellung und Produktion nur etwa 10% der Gesamtenergiebilanz einer Energiesparlampe aus, die restlichen 90% entfallen auf ihre Nutzung als Leuchtmittel. Und hier punktet die Energiesparlampe aufgrund ihrer enormen Lebensdauer und Energieeffizienz: Tatsächlich ist die durch ineffiziente Leuchtmittel in die Atmosphäre abgegebene Menge Quecksilber deutlich größer als die, die für die Produktion und den Betrieb von Energiesparlampen benötigt wird – selbst, wenn das in den Lampen enthaltene Quecksilber nach ihrem Gebrauch vollständig in die Umwelt entweichen würde.

Eine Beispielrechnung des Öko-Institut e.V.:

"Eine 60-Watt-Glühlampe ist vergleichbar mit einer hochwertigen 11-Watt-Energiesparlampe. Leuchten beide Lampen während eines Jahres jeweils drei Stunden am Tag, dann verbraucht die Glühlampe 66 Kilowattstunden Strom im Jahr, die Energiesparlampe dagegen nur zwölf Kilowattstunden. Dies entspricht einer jährlichen Quecksilberemission von 0,54 Milligramm für die Glühlampe und 0,10 Milligramm für die Energiesparlampe. Hinzu kommt der Quecksilbergehalt der Energiesparlampe selbst. Bei einem Quecksilbergehalt von zwei Milligramm pro Lampe* und einer Lebensdauer von 15.000 Stunden sind dies 0,15 Milligramm jährlich. Damit schneidet die Energiesparlampe mit insgesamt nur 0,25 Milligramm gegenüber der Glühlampe mit 0,54 Milligramm Quecksilber erheblich besser ab." (vgl. FAQ Glühlampen/ Energiesparlampen, S. 7) Wenn die Energiesparlampe nun ordnungsgemäß entsorgt wird, kann das in ihr enthaltene Quecksilber entnommen und weiter verwertet werden: es bewegt sich somit in einem geschlossenen Kreislauf und gelangt gar nicht erst in die Umwelt.

*Seit dem 1.1.2012 ist die Quecksilbermenge gesetzlich auf höchstens 3,5 mg pro Energiesparlampe festgesetzt, ab dem 1.1.2013 sind nur noch 2,5 mg zugelassen. Qualitätslampen kommen schon heute mit weniger als 2 mg Quecksilber aus.