Lampen richtig auswählen und anwenden

Die Entwicklung der Beleuchtungstechnik in den vergangenen Jahren macht es dem Verbraucher einfacher: Die verschiedenen Typen und Modelle moderner LED- und Energiesparlampen eröffnen eine ganze Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten.

Bei Beleuchtungsstärke und Lichtfarbe können Sie heute aus einem großen Angebot wählen, dabei auch die biologische Lichtwirkung berücksichtigen – und zu Ihrem Nutzen einsetzen.

Grundsätzlich gelten zwei einfache Faustregeln, um die richtige Lampe für den richtigen Zweck und den richtigen Zeitpunkt zu finden:

  • Setzen Sie bei der Arbeit auf helles Licht mit hohem Blaulichtanteil. Das wirkt belebend.
  • Verwenden Sie in gemütlichen Wohnräumen und dort, wo Sie sich vor dem Einschlafen aufhalten, Lichtquellen mit niedrigem Blauanteil und geringerer Beleuchtungsstärke.

In den Regalen der Händler haben LED-, Energiespar- und Halogenlampen mittlerweile die Glühlampe abgelöst. Allen drei Lampentypen liegen unterschiedliche Technologien zugrunde:

  • Energiesparlampen sind – so wie die zum Beispiel in der Industrie bewährten Leuchtstoffröhren – Gasentladungslampen. Sie bieten Verbrauchern die beste Kosten-Nutzen-Relation.
  • LED-Lampen sind die jüngste massentaugliche Entwicklung auf dem Lampenmarkt. Sie sind daher in der Anschaffung noch verhältnismäßig teuer, haben aber eine enorme Lebensdauer und bieten das größte Einsparpotenzial – sind also am effizientesten. Sie können schon innerhalb der Nutzungsdauer einer einzigen herkömmlichen Glühbirne durch die eingesparten Stromkosten ihren Anschaffungspreis wieder wettmachen.
  • Halogenlampen sind Temperaturstrahler, sie ähneln daher am stärksten der bekannten Glühlampe, auch in ihrer Farbwiedergabeeigenschaft. Allerdings gibt es sie nur in einer Lichtfarbe: warmweiß. Ihr Einsparpotenzial ist verglichen mit anderen Technologien eher gering.

Um die biologische Wirkung des Lichts zu nutzen, kommt es vor allem auf die Beleuchtungsstärke und den Blaulichtanteil einer Lampe an. Damit rücken beim Lampenkauf die Lumen- und die Kelvinangaben auf der Verpackung ins Blickfeld.

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Auf das richtige Licht kommt es an

1Lumen-Angabe einfach verstehen

Lumen ist ein Maß für den Lichtstrom einer Lampe. Einfach gesagt, wird damit also ihre Helligkeit ausgedrückt. Je mehr Lumen, desto heller die Lampe, je niedriger, desto schwächer ist das Licht. Anhand der Lumen-Angabe lässt sich die Helligkeit verschiedener Lampentypen vergleichen. Wegen der Vielfalt der unterschiedlichen Lampentypen und ihrer Funktionsweisen ist die Wattangabe dafür kein ausreichender Indikator mehr.

Biologisch wirksam ist Licht ab einer Beleuchtungsstärke von 500 bis 1.000 Lux. Als Faustregel gilt: unter optimalen Bedingungen und bei guter Reflektion entspricht die Lumenangabe auf der Verpackung der Beleuchtungsstärke in Lux. Dies gilt, wenn alles Licht der Lampe auf eine Fläche von 1 x 1 Meter trifft. Denn Lumen und Lux hängen eng zusammen. In Lumen wird ausgedrückt, wie viel Licht eine Lampe insgesamt abgibt. Das Maß Lux ist hingegen immer auf eine konkrete Abstrahlfläche bezogen – wie viel Lux eine Lampe erzeugt, ist also auch von der Leuchte und der Umgebung abhängig.  Daher kann kein universeller Lux-Wert auf der Verpackung angegeben werden.

Wichtig zu wissen ist also: Lampen mit mehr als 500 Lumen können aktivierend wirken.

2Kelvin-Angabe einfach verstehen

Kelvin ist das Maß für die Farbtemperatur und damit für die Lichtfarbe einer Lichtquelle. Je mehr Kelvin, desto höher die Farbtemperatur und desto größer der biologisch wirksame Blaulichtanteil. Dies gilt unabhängig von der zugrundeliegenden Technologie. Energiesparlampen, LED-Lampen und Halogenlampen mit gleich viel Kelvin haben also auch den gleichen Blaulichtanteil.  

Mehr als 5.500 Kelvin stehen für tageslichtweißes Licht. Ein Richtwert: 5.000 bis 6.000 Kelvin entsprechen der Farbtemperatur der Mittagssonne. Professionelle Lichtplaner verwenden sogar Lampen mit 8.000 Kelvin und mehr. Das entspricht dann dem natürlichem Tageslicht. LED- und Energiesparlampen werden auch in tageslichtweiß angeboten. Wer ein warmweißes Licht mit einer wärmeren Ausstrahlung und wenig biologisch wirksamem Blaulicht sucht, sollte auf einen niedrigen Kelvinwert von 2.700 und weniger achten. Halogenlampen beispielsweise strahlen aus technischen Gründen nur in dieser Lichtfarbe, die der einer herkömmlichen Glühlampe entspricht. Auch mehr als 90 Prozent der in Deutschland verkauften Energiesparlampen fallen in diese Kategorie.  

Als Richtwert gilt: die entspannende Wirkung einer Lampe ist bei einer Farbtemperatur von 3.000 Kelvin und weniger am Besten. Eine aktivierende Wirkung erzielen Sie mit Lampen mit mehr als 3.000 - 4.000 Kelvin. Mit tageslichtweißen Lampen steigern Sie diesen Effekt.    

3Das gilt es beim Dimmen zu beachten

Das Dimmen einer Lampe hat Einfluss auf ihre Helligkeit. Denn wenn die Leistungsaufnahme sinkt, reduziert sich auch der Lichtstrom, die Lampe strahlt also weniger Lumen ab. Während sich bei Lampen mit Gasentladungs- oder LED-Technologie durch das Dimmen die Farbtemperatur nicht verändert – die tageslichtweiße Lampe bleibt tageslichtweiß, die warmweiße warmweiß – ist das bei Halogenlampen anders. Deren ohnehin warmweiße Lichtfarbe wird durch das Dimmen noch wärmer, der Rotlichtanteil steigt.

Zuletzt spielen für das Beleuchtungskonzept auch die Leuchte und die Raumumgebung eine Rolle: Damit das Licht biologisch wirken kann, sollten Sie auf eine flächige Abstrahlung etwa über große helle Wände und Decken oder Reflektoren achten, auch wenn Sie punktförmige Quellen wie Spots verwenden. Und dunkle Wandflächen – aus Holz oder in Rot- und Brauntönen gestrichen – können den Blaulichtanteil einer Lampe schlucken und damit die biologische Wirkung beeinträchtigen.